Stundensatz als Freelancer kalkulieren — das steckt dahinter
Viele Freelancer setzen ihren Stundensatz zu niedrig an — nicht weil sie sich zu wenig zutrauen, sondern weil sie nicht alle Kostenfaktoren berücksichtigen. Ein Angestellter kostet den Arbeitgeber etwa doppelt so viel wie sein Nettogehalt. Als Freelancer müssen Sie diese "unsichtbaren" Kosten selbst einpreisen: Kranken- und Rentenversicherung, Urlaubsausfälle, Krankheitstage, Steuern, Weiterbildung und die Zeit für Akquise und Verwaltung.
Dieser Rechner geht in vier Schritten vor: Wunscheinkommen, Kosten und Versicherungen, verfügbare Arbeitsstunden und Gewinnmarge. Das Ergebnis ist ein realistischer Mindeststundensatz — kein Wunschdenken, sondern solide Kalkulation.
Häufige Fragen zum Stundensatz-Rechner
Wie berechne ich meinen Freelancer-Stundensatz?
Grundformel: (Jahresnettowunsch + Steuern + Krankenversicherung + Rücklagen + Geschäftskosten) ÷ produktive Jahresstunden. Produktive Stunden: ca. 1.100 bis 1.300 nach Abzug von Urlaub, Krankheit und Overhead.
Was ist ein realistischer Stundensatz in Deutschland?
Einsteiger: 50–70 €/Std. Mit 3–5 Jahren Erfahrung: 80–120 €/Std. Spezialisten und Senior-Freelancer: 120–200 €/Std. und mehr. Entscheidend ist nicht der Marktdurchschnitt, sondern Ihre Kostenstruktur.
Warum ist mein Stundensatz höher als beim Angestellten?
Als Freelancer zahlen Sie alle Arbeitgeberanteile selbst: Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung (~20–25%), keine bezahlten Urlaubstage (~12%), kein Krankengeld, keine betriebliche Altersvorsorge. Das macht 30–40% des Stundensatzes aus.
Wie viele produktive Stunden hat ein Freelancer pro Jahr?
Bei 220 Arbeitstagen minus 25 Urlaub, 10 Krankheit und ~30% Overhead (Akquise, Buchhaltung, Meetings) bleiben realistisch 1.100 bis 1.300 fakturierbare Stunden — nicht 1.760 wie beim Vollzeit-Angestellten.